Der soziale Druck bei Arbeitslosigkeit

Möchte man sich mit dem Thema der Arbeitslosigkeit auseinandersetzen ist es wichtig sich nicht nur auf die wirtschaftlichen Faktoren zu konzentrieren, sondern auch die sozialen Aspekte zu beleuchten. Es lässt sich nicht abstreiten, dass nahezu jeder von der Arbeitslosigkeit bedroht ist. Stellenstreichungen sind bei Unternehmen auch bei positiven Bilanzen keine Seltenheit. Trotz der allgegenwärtigen Gefahr von der Arbeitslosigkeit betroffen zu werden und der Tatsache, dass Jeder im Familien- und Freundeskreis jemanden hat, der von der Arbeitslosigkeit betroffen ist, werden Arbeitslose weiterhin stigmatisiert und Diskriminierungen ausgesetzt. Dabei werden Halbwahrheiten als Tatsachen verkauft und Einzelfälle zur Regel erklärt.

Eine häufige Kritik gegenüber Arbeitslosen sind die angeblichen zu hohen Ansprüche. Viele Leute vertreten die Meinung, dass es keine unzumutbare Arbeit gebe. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass es sich bei diesen Leuten meist um solche handelt, die das Glück hatten nie von der Arbeitslosigkeit betroffen worden zu sein und sich auch nicht über einen längeren Zeitraum um eine Arbeitsstelle bemühen zu müssen. Dabei ist es in bestimmten Situationen durchaus sinnvoll seinen Ansprüchen treu zu bleiben. Nicht zuletzt die persönliche Vorliebe für bestimmte Tätigkeitsbereiche beeinflusst die Berufswahl entscheidend. Man braucht sich nur vor Augen zu führen, welchen Aufwand der Betroffene betrieben hat um die Angestrebte Position zu erreichen. Wird man sich dessen bewusst wie viel Zeit und Mühe es gekostet hat die Position zu erreichen, mag man schon zugeben, dass es unzumutbar sei das alles aufzugeben nur um „irgend eine Arbeit“ zu haben.

Es ist reine Frechheit einem Menschen, der von der Arbeitslosigkeit betroffen ist zu unterstellen er würde sich weniger um seine Zukunft sorgen als jemand mit einer Festanstellung. Zukunftsplanung ist in so einem Fall sogar besonders wichtig. Denn die Berufspraxis und die Erfahrung spielen eine entscheidende Rolle bei dem Aufstieg auf der Kariereleiter. Ein Branchenwechsel ist mit hohen Risiken verbunden. Da nahezu jede Branche sich in einer stetigen Entwicklung befindet, kann so ein Wechsel bedeuten, dass ein Wiedereinstieg in den erlernten Beruf gar unmöglich wird.

Ebenso darf auch der soziale und psychische Druck nicht außer acht gelassen werden. Bei einem Berufswechsel ist es nur logisch dass man auch seine erreichte Position verliert und sich in der Hierarchie des Unternehmens erst wieder nach oben arbeiten muss. Dadurch wird man aber von den Kollegen als Konkurrenz empfunden, was nicht selten zu Anfeindungen führt. Druck und Diskriminierung können aber auch eine Folge von Neid sein, mit dem Ziel zu beweisen dass ein höherer akademischer Grad nichts über die Kompetenz aussagen würde oder aufgrund anderer „Machtspielchen“

Doch auch häufig gut gemeinte Ratschläge werden oft als Anfeindung aufgefasst. Der Grund hierfür ist, dass viele Ratschläge wie man die Arbeitslosigkeit überwinden könnte, nicht zwangsläufig auch gute Ratschläge sind. Zumeist sind es allgemeine Floskeln, die der Betroffene schon zu hunderten gehört hat, die aber eben nicht hilfreich sind. Der Fall Arbeitslosigkeit ist ein komplexes Gebilde. In anbetracht dessen, dass jeder von der Arbeitslosigkeit betroffen sein kann, sollte man seine Meinung gegenüber Arbeitslosen gut überdenken. Und das Bild welches man sich dann macht sollte so sein, wie man es sich auch wünschen würde, dass andere von einem selbst denken,