Arbeitslosigkeit schadet Ihrer Gesundheit

Betrachtet man als Außenstehender den Alltag von Arbeitslosen, möchte man meinen dass es kaum ein schöneres Leben geben könnte. Schlafen bis zur Mittagsstunden, unbegrenzte Freizeit und es ist immer jemand da, der es einem bezahlt. Doch bei näherer Betrachtung gerät dieses Weltbild schnell ins Wanken. Eine typische Folge von Mediengeilheit. Es werden gezielt Halbwahrheiten und Fehlinformationen über Arbeitslose herausgepickt und Einzelfälle von asozialen Schmarotzern zum Regelfall erklärt. Dabei sind der Verlust einer Festanstellung und der Übertritt in eine ungewisse Arbeitslosigkeit ungeheuere Belastungen. Arbeitslosigkeit kann sogar auf Dauer krank machen. Die Ursachen hierfür sind Vielfältiger natur, und werden trotz der Ernsthaftigkeit der Lage häufig nur belächelt.

Fakt ist dass mit dem Eintritt in die Arbeitslosigkeit das Einkommen immens eingeschränkt wird und die Möglichkeiten im Haushalt Einsparungen vorzunehmen sind stark begrenzt. Weshalb dann häufig in so einem Fall, die größten Einsparungen an der Ernährung vorgenommen werden. Da aber die Menge der benötigten Nahrungsmittel einen fixen Faktor darstellt, versucht man an der Qualität zu sparen. Gesunde Ernährung ist sehr Kostenintensiv, das allerdings verträgt sich nur selten mit dem geringen Einkommen von Arbeitslosen. Tatsächlich sind es weniger Mangelerscheinungen als viel mehr die Folgen einer falschen und meist zu fettreichen Ernährung.

Ein weiteres Manko ist die stark eingeschränkte Möglichkeit Erholungsangebote wahrzunehmen. Es gestaltet sich äußerst schwierig für Arbeitslose einfach mal über paar tage zu verreisen. Zum einen spielt da wieder das geringe Einkommen eine Rolle, aber auch die stark eingeschränkte Freizügigkeit. Nicht selten endet ein solches Vorhaben in einem wirren Bürokratiechaos. Mit dem Eintritt in die Arbeitslosigkeit verpflichtet man sich, der Arbeitsagentur durchgehend zur Weitervermittlung zur Verfügung zu stehen. Somit muss die Abwesenheit vor Reiseantritt beantragt werden, welcher dann ja nach Situation genehmigt wird, oder eben nicht.

Überdies darf man nicht vergessen, dass Arbeitslose unter einer hohen psychischen Belastung stehen. Dieser Stress kann sich ebenfalls gravierend auf die Gesundheit auswirken. Es ist verständlich, dass Menschen, die nach langjähriger Beschäftigung in die Arbeitslosigkeit geraten, mit dieser Situation absolut überfordert sind. In der Regel geraten Arbeitslose unbemerkt unter Zeitdruck. Zwar haben sie vermeintlich viel Freizeit, da ja der Acht-Stunden-Arbeitstag wegfällt, dies erweist sich allerdings schnell als Trugschluss. Als Außenstehender kann man es nur schwer nachvollziehen wie Zeitintensiv die Stellensuche und der Bewerbungsaufwand sich gestalten. Hinzu kommen die regelmäßigen Termine bei den Arbeitsagenturen und – leider nur im Idealfall – Vorstellungsgespräche.

Darüber hinaus haben Arbeitslose stets mit einer Anfeindung und Diskriminierung zu kämpfen. Dabei entsteht ein hoher Rechtfertigungsdruck, der daraus resultiert, dass man versucht Verständnis innerhalb der Gesellschaft für seine Situation zu schaffen. Bei regelrechten Stigmatisierungen ist es jedoch ein nahezu aussichtsloses Unterfangen. Mangelnde Anerkennung von Außen oder sogar Vorwürfe versagt zu haben nagen ebenfalls am Psychischen Gerüst des Betroffenen. Zu guter letzt führt diese ständige Anfeindung zu einem verminderten Selbstwertgefühl. Auch die selbsterfüllende Prophezeiung ist hier nicht fern. Denn wenn man ständig eingeredet bekommt, dass man ein Versager sei, so glaubt man es irgendwann selbst und verliert die Motivation an seiner Situation etwas ändern zu wollen.

Die Arbeitslosigkeit kann einen gravierenden Einfluss auf die physische und psychische Verfassung des Menschen nehmen und es ist sehr hart dagegen vorzugehen. Eine starke Persönlichkeit und ein sichres Umfeld bilden allerdings ein gutes Gegenmittel. Entscheidend ist aber dennoch die Gesellschaft, und ihre Einstellung gegenüber Arbeitslosen.