Arbeitslosenzahlen in 2010

Es gibt nur wenige Themen die die Gesellschaft gleichermaßen betreffen und dabei täglich präsent sind. Die täglichen Meldungen über aktuelle Arbeitslosenzahlen gehören aber zweifelsohne dazu. Die Arbeitslosigkeit lag zwar im Januar 2010 bei 8,6 Prozent, was in etwa 3,68 Millionen Arbeitslosen entspricht und war somit nicht höher als zum Jahresanfang 2009. Jedoch darf man nicht vergessen, dass derartige Statistiken nur eine Fassade sind und keine handfesten Aussagen über die Entwicklung der Arbeitslosigkeit bieten. Der Wert von 8,6 Prozent mag erfolgversprechend wirken, täuscht aber darüber hinweg dass es in Deutschland immer noch Regionen mit einer Arbeitslosenquote von weit über 15 Prozent gibt.

Die regionalen Unterschiede sind aber nicht das einzige Manko derartiger Arbeitslosenstatistiken. Zahlreiche so genannte Projekte zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sind nichts weiter als Augenwischerei. „Computer-Aufbauseminare ab 50, speziell für Behinderte“ klingt zuerst nach einem schlechten Witz auf Kosten der Arbeitsagentur. Ist es jedoch nicht. Die Fülle an solchen Schulungen ist unübersichtlich und unkoordiniert. Häufig sind selbst die Berufsberater der Arbeitsagenturen damit überfordert eine angemessene Förderung zu finden. Diese Schuld liegt aber nicht allein bei den Arbeitsagenturen. Viele Unternehmen haben, Langzeitarbeitslose, Ausbildungssuchende und Studienabsolventen als kostengünstige „Neuzeitsklaven“ für sich entdeckt.

So werden Arbeitssuchende mit teils unsinnigen Beschäftigungen hingehalten. Mit dem einzigen Zweck die Arbeitslosenzahlen zu drücken. Zwar werden die Menschen beschäftigt, stehen aber am ende der Kursdauer wieder mit nichts da. Denn nur die wenigsten Arbeitgeber betrachten die Angebote für Arbeitslose als Pluspunkt. Nicht selten hat ein Vermerk über die Teilnahme an so einem Angebot die Chancen beim Bewerbungsverfahren stark minimiert. Angebote der Arbeitsagentur stehen in keinem guten Licht dar. Solche Maßnahmen gelten zum Teil sogar als Notlösung und werden oft als Versagen interpretiert. In Kombination mit der herrschenden Einweg-Mentalität, die das Scheitern einem Versagen gleichstellt, werden Arbeitslose immer wieder diskriminiert und ihre Chancen sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten werden gar zunichte gemacht.

Es werden Rufe nach einer radikalen Veränderung laut. Diese werden aber genau so laut kritisiert und niedergebrüllt, denn keiner will seine bequeme Position aufgeben und etwas riskieren. Da ist es ein leichtes der Regierung die Schuld an der hohen Arbeitslosigkeit zu geben. Einfach zu behaupten, dass der träge Staatsaperrat versagen würde, weil sich Politiker mehr um ihre Wählerstimmen als um die Wähler selbst sorgen. Das mag ja zu einem guten Teil stimmen, berechtigt aber noch lange niemanden um Tatenlos zuzusehen. Die Zeiten in denen einem alles auf einem Silbertablett serviert wurde sind fürs erste vorbei. Der Mensch verlangt nach Verantwortung, also soll er diese auch tragen.

Eine Traurige Bilanz ist ein schlechter einstieg. Jedoch bietet die Arbeitslosenquote in Deutschland fürs erste keine besseren Aussichten. Wenn die Statistiken von oberster Stelle so dreist manipuliert werden, um das Versagen des Systems zu überdecken, dann ist es höchste Zeit sein Glück oder besser gesagt seinen Job selber in die Hand zu nehmen. Arbeitslosigkeit ist kein Fluch auf Lebenszeit. Es ist auch keine Erscheinung der modernen Gesellschaft. Leistungsbereitschaft und Ausdauer sind die wichtigsten Eigenschaften um diese Situation zu meistern. Dabei geht es nicht nur um die Arbeitslosen an sich, sondern vor allem um die Gesellschaft, welche die Betroffenen umgibt. Das vorherrschende Unverständnis und die systematische Stigmatisierung der Betroffenen ist ein weitaus größeres Problem, als eine träge Regierung oder eine Aufkommende Wirtschaftskriese.